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Medizintechnische Informationen (Diese Rubrik wird von dem Medizintechnischen Beirat des GSD betreut)
Von den gesetzlichen Krankenkassen werden nur die Kosten für solche Therapiegeräte und -Zubehör erstattet, die im sog. Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind. Sie können selbst prüfen, ob ein von Ihnen gewünschtes Gerät dort enthalten ist. Suchen Sie im Internet unter
www.google.de nach Stichwort Hilfsmittelverzeichnis Text. Stand vom 25.08.2004 Lebensrettende Elektroschocks im Supermarkt Frühdefibrillation in Bad Oeynhausen Von Markus Rinke Man kennt sie aus Arztserien: Geräte, mit denen Retter bei einem Herzinfarkt Elektroschocks zur Wiederbelebung geben.
Prof. Horstkotte (2. v. l.), Karl-Heinz Klevers (4. v. l.) und ihre Mitstreiter "Wenn Sie den Flattermann kriegen, können Sie nur mit diesen Geräten, den Defibrillatoren, zurückgeholt werden", erklärt Karl-Heinz Klevers. Für den ehrenamtlichen Beauftragen der Deutschen Herzstiftung sind die Defibrillatoren im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit. Karl-Heinz Klevers hat zwei Herzinfarkte überlebt. Gemeinsam mit der Geschäftsführung des Einkaufszentrums Werre-Park, einem Verein aus Bad Oeynhausen und Professor Dieter Horstkotte vom Herz- und Diabeteszentrum NRW präsentiert er die Defibrillatoren - Geräte, die mit elektrischen Impulsen bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Bislang findet man sie vor allem auf Intensivstationen oder im Rettungswagen. Die freundliche Dame von der Information als Lebensretterin
Defibrillatortasche mit dem offiziellen Hinweisschild In Deutschland sterben jedes Jahr rund 180.000 Menschen an den Folgen eines Herzinfarktes, rund ein Drittel von ihnen sogar unmittelbar. Besonders tückisch ist, dass der Herzstillstand ganz unvermittelt auftreten kann, zum Beispiel im Supermarkt. Die Überlebenschancen sinken dann rasant. Nach drei bis fünf Minuten des Herzstillstands bleiben Schäden zurück, auch wenn der Patient überlebt. Herz- und Gefäßerkrankungen seien die häufigste Todesursache überhaupt Tendenz weiter steigend, erklärt Professor Dieter Horstkotte. Wirksame Hilfe beim plötzlichen Herztod verspricht nur ein Defibrillator, der mit Elektroschocks das Herz wieder in den richtigen Takt bringt. Neu ist die Methode keineswegs. In Krankenhäusern kommen die Geräte schon seit gut 40 Jahren zum Einsatz, in einem Einkaufszentrum ist das allerdings noch eine Besonderheit. Denn hier sind es nicht Ärzte, die den Patienten versorgen, sondern die Damen von der Information, Techniker oder Angestellte eines Warenhauses, die im Notfall die Elektroden aufsetzen und den Stromstoß durch den Patienten jagen. Defibrillatoren demnächst im Theater und am Bahnhof?
Defibrillator Und das sei narrensicher und kinderleicht, betonen die Initiatoren. Die Schulung für die Ersthelfer im Einkaufszentrum dauerte nur wenige Stunden. Die Technik ist inzwischen ausgereift und auch in den Händen von Laien zuverlässig, so Professor Dieter Horstkotte: "In dem Moment, wo man das Gerät anlegt, checkt es, was für ein Rhythmus anliegt. Es blockiert sich auch, wenn es der Meinung ist, es ist eine falsche Indikation." Und weil das so einfach ist, wird der Betreiber des Bad Oeynhausener Werre-Parks Mitarbeiter in allen 76 Einkaufszentren der Gesellschaft schulen und mit den Defibrillatoren ausrüsten. Professor Dieter Horstkotte ist davon überzeugt, dass in einigen Jahren die Geräte zum Alltag gehören und auch Bahnhöfe, Flugplätze oder Theater damit ausgerüstet sind. Einige Spielcasinos haben sie schon, in Dortmund konnte so ein Mensch gerettet werden.
Zu den Vorreitern, die für die Technologie kämpfen, gehört neben der Deutschen Herzstiftung auch die Björn Steiger Stiftung. Unter dem Motto "Kampf dem Herztod" hat die Initiative bereits zahlreiche Defibrillatoren gespendet, zum Beispiel den Flughäfen Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt. Außerdem laufen, so die Stiftung, in mehreren Städten und Kreisen entsprechende Projekte. Genannt werden etwa Düsseldorf, Meschede oder den Ennepe-Ruhr-Kreis. Diskussionen gibt es trotzdem. So müssen nach Auffassung der Bundesärztekammer die Helfer Mindestanforderungen erfüllen. Dazu gehören eine Ausbildung der Ersthelfer und jährliche Auffrischungskurse. Das soll eine sachgerechte Bedienung garantieren und den Helfer rechtlich absichern. Im Einkaufszentrum ist das kein Problem, am Flughafen kann das anders sein. Die Björn Steiger Stiftung geht deshalb weiter: Sie will die Menschen möglichst schulen, die Geräte aber auch frei zugänglich deponieren. Und so sieht es auch Karl-Heinz Klevers: "Mir als Betroffener ist das egal, ob der eine Ausbildung hat oder nicht: Hauptsache, ich gebe den Löffel nicht ab, wenn mir was passiert." |
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